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ipCompetence Vol.6

18 ipCompetence Vol. 6 2. Besondere Zuschläge Darüber hinaus ist für die Vergütung der angemessenen Bildnutzung im Internet ein weiterer „Zuschlag für die Auf- nahme mit Fotomodellen“ zu kalkulieren. Dabei beträgt der Zuschlag für die Aufnahme pro Modell 30 %, bei vier und mehr Modellen insgesamt 100 %.27 Zu berücksich- tigen sind schließlich Abbildungen auf der Titelseite bzw Homepage (Startseite der Website) mit einem weiteren Zuschlag in Höhe von 100 %.28 Demnach lassen sich fol- gende angemessene Vergütungskategorien bilden: Kategorie 2: eine Aufnahme mit vier Fotomodellen auf der Homepage (Faktor 5) Kategorie 3: eine Aufnahme mit zwei Modellen auf der Homepage (Faktor 4,6) Kategorie 4: 29 Aufnahmen mit einem Fotomodell (Faktor 3,3) Kategorie 5: elf Aufnahmen mit zwei Fotomodellen (Faktor 3,6) Kategorie 6: drei Aufnahmen mit drei Fotomodellen (Faktor 3,9) Kategorie 7: acht Aufnahmen mit vier oder mehr Foto- modellen (Faktor 4) IV. Zusammenfassung und Schlussbemerkung Nach dem Erörterten errechnet sich das „marktübliche Nutzungsentgelt“ unter den erwähnten Annahmen in ei- ner Höhe von (zumindest) € 75.878,40 (inkl 20 % USt). Die dem individuellen Fall angemessene Bestimmung bleibt aber der richterlichen Würdigung nach § 273 ZPO ebenso vorbehalten, wie die Festsetzung des allein ver- schuldensabhängigen Schadenersatzes. Dabei handelt es sich letztlich um eine richterliche Tat- und Rechtsfra- ge, die vom Sachverständigen nicht beantwortet werden kann und darf. Dabei verhält es sich ähnlich wie bei der Frage nach dem urheberrechtlichen Schutz an sich. Die Beurteilung der Originalität eines kunstgewerblichen Erzeugnisses, also des Inbegriffs aller Merkmale, die kennzeichnend für seine Herkunft und seine Güte sind, ist regelmäßig eine Rechtsfrage. Das schließt aber nicht aus, dass sich das Gericht dabei eines Sachverstän- digen bedient, dessen Fachkunde die Feststellung der Tatsachen, auf denen die Originalität des Erzeugnisses beruht, erleichtern wird.29 27 Bildhonorare 2007, 4. 28 Bildhonorare 2007, 21. 29 OGH 13. 1. 1970, 4 Ob 364/69 ÖBl 1970, 98.

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