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ipCompetence Vol.6

28 ipCompetence Vol. 6 1. Relevante freie Werknutzungen vorab Entsprechend der hier zu untersuchenden Aufgabenstel- lung kommen zur Rechtfertigung der Vortragsnutzung nur jene freien Werknutzungen in Betracht, die entweder für alle Werkarten oder zumindest für Werke der bildenden Künste gelten, da Fotografien eben dieser Werkkatego- rie zugerechnet werden. Hierbei wird nicht übersehen, dass eine urheberrechtlich relevante Nutzung von Foto- grafien nicht allein das an dieser (wie gezeigt heute re- gelmäßig) bestehende Recht tangiert, sondern auch der Gegenstand, der auf der Fotografie zu sehen ist, betrof- fen sein kann, sofern dieser urheberrechtlich geschützt ist.58 Allerdings wird es sich, sofern die abgebildeten Ge- genstände überhaupt urheberrechtlich geschützt sind, auch bei diesen zumindest idR um der Werkkategorie der bildenden Künste (zu dieser Werkkategorie zählen ja neben den Lichtbildwerken – ohne Anspruch auf Voll- ständigkeit – auch zB die Malerei, die bildende Kunst, die angewandte Kunst und die Baukunst) zurechenba- re Werke handeln. Allerdings wird sogleich noch darauf zurückzukommen sein, dass diese „Doppelgestaltigkeit“ von Lichtbildwerken gerade für die vorliegende Untersu- chung durchaus problematisch ist. 58 Der Vollständigkeit halber ist darauf hinzuweisen, dass bei Perso- nenbildnissen natürlich auch die Persönlichkeitsrechte des Abge- bildeten, insb das Recht am eigenen Bild, zu beachten sind; vgl § 78 UrhG. Siehe dazu auch Fotomotiv – Schutz oder Freiheit in dieser Ausgabe. Abgesehen von der für alle Werkarten geltenden Ver- vielfältigung zum eigenen oder privaten Gebrauch (zu dieser noch unten Pkt IV.A.) sind für die vorliegende Un- tersuchung drei freie Werknutzungen von besonderem Interesse, die vorab aufgezählt werden sollen: So ist es zulässig, - zur Verfolgung nicht kommerzieller Zwecke einzelne erschienene Werke der bildenden Künste in einem sei- ner Beschaffenheit und Bezeichnung nach zum Schul- oder Unterrichtsgebrauch bestimmten Sprachwerk bloß zur Erläuterung des Inhalts oder in einem solchen Schulbuch zum Zweck der Kunsterziehung der Jugend zu vervielfältigen, zu verbreiten und der Öffentlichkeit zur Verfügung zu stellen;59 - einzelne erschienene Werke der bildenden Künste in einem die Hauptsache bildenden wissenschaftlichen Werk zu vervielfältigen, zu verbreiten und der Öffentlich- keit zur Verfügung zu stellen;60 - veröffentlichte Werke der bildenden Künste bei einem die Hauptsache bildenden wissenschaftlichen oder be- lehrenden Vortrag bloß zur Erläuterung des Inhalts durch optische Einrichtungen öffentlich vorzuführen und die dazu notwendigen Vervielfältigungsstücke herzustellen.61 § 54 Abs 1 Z 3 UrhG ist jedenfalls für den Grundfall des Vortrags nicht weiter von Interesse, da er lediglich die Vervielfältigung, Verbreitung und Zurverfügungstellung, nicht aber die öffentliche Wiedergabe gestattet. Glei- 59 § 54 Abs 1 Z 3 UrhG. 60 § 54 Abs 1 Z 3a UrhG. 61 § 54 Abs 1 Z 4 UrhG. „Sollen fremde Lichtbilder in Handouts verwen- det werden, ist dies zulässig, wenn es sich um für den Schul- oder Universitätsgebrauch be- stimmte Vervielfältigungen in für diesen Zweck ausreichender Anzahl handelt oder das Hand- out ein wissenschaftliches Sprachwerk ist.“

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